The First Tree: Indie Perlen #1

Es gibt einen Bereich im Gaming-Universum, den ich bisher null auf dem Schirm gehabt habe, der es aber nichts desto trotz verdient, ihn genauer unter die Lupe zu nehmen.
Abgesehen davon, dieses Jahr mehr Filme schauen zu wollen, habe ich mir auch vorgenommen, ein wenig mehr in den Bereich des Indie-Gamings einzutauchen.
Durch verbesserte technische Möglichkeiten in meinem Home-Office in Form eines ganz passablen neuen PCs, bietet sich das an.

Mit “Indie Perlen” starte ich hier eine neue Kategorie, um euch auf dieser Entdeckungstour mitzunehmen. Vielleicht entdeckt ihr dabei auch etwas neues?
Dabei möchte ich auch kein typisches Review schreiben. Es werden lediglich drei Fragen beantwortet, die euch das entsprechende Spiel vorstellen sollen: Worum geht’s, warum ist es gut und wer sollte es spielen?

In der ersten Ausgabe starten wir mit The First Tree, ein Spiel über die Jugend, Vergangenheit, Familiengeschichte und Verlust.

 

Worum geht’s?

The First Tree erzählt sich in zwei Ebenen. Erfahren werdet ihr die Geschichte von Joseph, einem Mann von dem man eigentlich gar nicht viel weiß, außer das was er euch im Laufe der Geschichte erzählt.
Erleben werdet ihr diese Geschichte aber aus der Sicht einer Füchsin, die ihre eigene Mission verfolgt.
In ihrer Haut streift ihr also durch die Wildnis, über schneebedeckte Wiesen und durch saftig grüne Wälder. Immer auf der Suche nach dem First Tree, also dem Baum, mit dem alles angefangen hat. Mit der Füchsin stoßt ihr auf kleine Erdhaufen, die es auszubuddeln gilt. So findet ihr nach und nach Relikte und Erinnerungsstücke aus dem Leben von Joseph, der euch so Stück für Stück seine Kindheitsgeschichte erzählt und mit welchem Verlust er zu kämpfen hat.

Was macht das Spiel gut?

Rein Gameplay-technisch ist The First Tree eigentlich gar nicht der Rede wert. Böse Zungen könnten genau das Spielprinzip einen “Walking Simulator” schimpfen. Eigentlich ist “Herumlaufen” auch schon alles, was ihr als dieser Fuchs macht. Es gibt an einer Stelle ein kleines Rätsel zu lösen und kleinere Jump’n’Run Elemente, bei denen ihr Sterne sammeln könnt, doch das wars. Was The First Tree aber trotzdem so gut macht ist die bezaubernde Weise wie es seine Geschichte erzählt. Diese besteht zwar nur aus Voice Overn, dennoch wird die Erzählung mit unterlegter Klaviermusik sanft an den Spieler herangetragen. Auch die Geschichte selbst ist in ihrer Art sehr ergreifend und berührend. Doch was mich am meisten am Spiel bezauberte ist ein kleiner Kniff am Ende, den ich eigentlich auch gar nicht verraten will. Nur so viel sei gesagt: Es gibt wundervolle Art und Weisen, die Spieler eines Spiels untereinander zu connecten, ohne dass sie es wissen.
Es ist absolut beeindruckend, wie ein so sanftes und gefühlvolles Spiel von einer einzigen Person geschaffen wurde.
David Wehle hat hier sehr gute Arbeit geleistet und ein zauberhaftes Erlebnis erschaffen.

 

Für wen empfehle ich es?

The First Tree empfehle ich jedem da draußen, der Entspannung braucht von allem anderen, das die Videospielwelt gerade zu bieten hat. In The First Tree gibt es keine umfangreichen Skilltrees, aufwendiges MoCap, Bosskämpfe oder ausführliche Dialogoptionen. In The First Tree gibt es nur dich, den Fuchs, eine kleine Erzählung rund um eine Familiengeschichte und die Natur um dich herum. Unterlegt mit klangvoller Klaviermusik ist es das perfekte Spiel für ruhige Winterabende in Solitude.


The First Tree gibt’s hier zu kaufen:

Nintendo Switch, PlayStation 4, Xbox One

 

Marina

About Marina

Studiert irgendwas mit Medien. Spielt am liebsten auf der PS4, liebt alles was eine dramatische Story hat, am liebsten aber Games mit bärtigen und grummeligen Männern. Ist auf Twitter am coolsten. Chefin bei dieletztevoneuch.de. PR-Mensch bei GameNotify.

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