Meine 5…. Lieblingsspiele aus der Kindheit!

Nach langer Zeit folgt nun ein neuer Teil meiner kleinen Ranking-Serie. Dieses Mal werfen wir einen Blick zurück auf die Spiele, die mich in meiner Kindheit und frühen Jugend begleitet haben. Let’s go.

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Social Media – (M) ein Fluch oder Segen?

Es ist April und der Blick auf meine Vorsatzliste von 2018 verrät schon eines: Viel umgesetzt und verändert habe ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Besonders ein essentieller Punkt sticht mir dabei ins Auge. Der Punkt um den es jetzt gehen soll.
Formuliert habe ich es so: „[Stichpunkt] Meine Social Media Erscheinung verbessern“ und der ganz besondere Unterpunkt: „Nur noch Quality-Time damit verbringen und Pausen einlegen.“

Doch was hat das zu bedeuten? Ganz zu Beginn dieses Blogprojektes habe ich einen Artikel geschrieben mit dem Titel „Von Arbeit, Zahlen und dem Drang nach Anerkennung“ (hier nachlesen). Thematisiert habe ich darin unter anderem, wie schwer es ist, seine Arbeit weiter zu verrichten, wenn diese nicht ankommt. Wenn man das Gefühl hat, man arbeitet gegen eine Wand. Es macht Spaß, aber so richtig interessieren tut es niemand. Ist das der Eindruck, den Social Media vermittelt? Teilweise.
Social Media ist ein Phänomen der heutigen Gesellschaft. Jeder kennt es und fast jeder benutzt es. Es wird oft kritisiert als „unwirklich“ und „gar nicht so sozial wie der Name ist“. Und das mag alles stimmen, dennoch muss man differenzieren.
Desweiteren wird Social Media oft mit einer Sucht danach in Verbindung gebracht. Social Media birgt die Gefahr süchtig danach zu werden, diese Theorie wird von vielen „Experten“ unterstützt. Wissenschaftlich anerkannt ist die Sucht nach Social Media zwar noch nicht, aber trotzdem ist das ein wichtiger Punkt.

Inspiriert wurde dieser Artikel von dem Video einer sehr guten deutschen Youtuberin. Ihr Kanal heißt Mirellativegal und in dem  betreffenden Video spricht sie über ihre Erfahrungen mit einem „Social Media Detox“ (wen es interessiert, kann das gerne hier anschauen). Sie spricht darüber, wie sie sich selbst dabei beobachtet hat, oft nur noch am Handy zu hängen und fragt sich ob das die Weise ist, wie sie ihre Zeit verbringen möchte. Daraufhin hat sie sich dazu entschlossen, eine Woche auf Social Media zu verzichten. Ob ein Social Media Detox sinnvoll ist oder nicht, darüber möchte ich  jetzt gar nicht urteilen.
Wie Mirella, ist auch mir bereits aufgefallen, wie oft ich das Telefon in der Hand habe, was auf meinen oben genannten Vorsatz für 2018 zurückführt.
Es kommt nicht selten vor, dass ich eine Serie schaue, oder einen Film oder eine doofe Show im TV und nebenher durch Social Media blättere. Das interessante dabei: Es passiert völlig unbewusst. Im Laufe der Zeit greife ich irgendwann zu meinem Telefon und switche abwechselnd durch drei verschiedene Apps. Das was auf dem TV läuft, dient dann nur als Hintergrundgeräusch. Kurz danach fällt mir das dann auf; Ich bekomme das Gesagte im TV ja gar nicht mit und spule genervt zurück. Ich schaue erneut die Stelle an, setze mich bequem hin und Minuten später erfolgt das gleiche Spektakel. Ich greife unbewusst zum Handy und die angeschaute Sendung wird unwichtig. Wenn es mir dann aber doch mal gelingt, das Telefon für eine Serienfolge wegzulegen, merke ich erstmal wie entspannend es ist, sich einfach nur auf eine Sache zu konzentrieren und wie cool es ist, wenn man die Handlung geistig auch aktiv mitverfolgt.
Wenn ich morgens aufwache, ist das erste was ich tu zum Telefon greifen und durch Twitter zu scrollen. Wenn ich schlafen gehe, mache ich das erst nachdem ich den letzten aktuellen Tweet gelesen habe. Im Bett. Zugedeckt. Eigentlich bereit dazu, schlafen zu gehen. Und so vergeht Stunde um Stunde, in denen ich mich abwechselnd durch Instagram und Twitter lese. Und wenn ich in der Uni sitze, fällt es mir schwer mich auf den Vorlesungsinhalt zu konzentrieren und nicht durch Social Media zu gehen. Meistens ist es nur das schlechte Wlan, das mich davon abhält. Ist es jetzt nun eine Sucht? Langweile? Angst etwas zu verpassen? Oder schlichtweg Gewohnheit?

Mein Handy ist immer in Reichweite. Ich bin nervös wenn es nicht da ist, genauso wie ich nervös bin, wenn ich ohne Zigaretten aus dem Haus gehe.
Nicht weil ich Kettenraucher bin und oft eine rauchen muss, sondern einfach nur weil mich das Wissen, dass die da sind, beruhigt. Wie mit den Zigaretten habe ich auch mit dem Telefon eine Art Absicherung. Die Sicherheit eine Möglichkeit zu haben, mich in emotional schwierigen Situationen, ablenken zu könnnen.
Mich beruhigt es das Telefon greifbar zu haben und wenn ich längere Zeit nicht draufgeschaut habe, habe ich automatisch die Befürchtung, gar Angst, eine Hiobsbotschaft in Form eines Tweets oder WhatsApp vorzufinden.
Ich neige zu obsessiven Verhaltensweisen. Ob mit Suchtmitteln, realen Personen oder fiktionalen Charakteren und  Geschichten – selten kann ich etwas entspannt genießen. Entspannt sein ist hier das Stichwort, so richtig entspannt bin ich nie. Ich bin eine nervöse Person, kann selten still sitzen und fummele immer an irgendwelchen Gegenständen herum. Kompensationsverhalten? Wahrscheinlich. Nicht regelmäßig auf’s Telefon schauen zu können, um zu checken ob immer noch alles okay in der Welt ist, kein Reissack in China umgefallen ist, meine Lieblingsschauspieler immer noch atmen und die Apokalypse noch nicht ausgebrochen ist, macht mich noch nervöser. Alles deutet also auf eine Social Media Sucht hin, oder?
Erstaunlicherweise geht es aber auch anders. Aus purem Trotz wegen einer privaten Situation war ich tatsächlich schonmal im Stande, eine knappe Woche das Telefon ausgeschaltet gehabt zu haben. Fairerweise muss man dazu sagen, dass ich über meine Social Media Kanäle für „Internet-Freunde“ via des Laptops immer noch erreichbar war.
Vielleicht ist das Geheimnis einfach das: Man muss nicht strikt mit sich umgehen und sagen, es wäre besser wenn man Social Media gar nicht mehr benutzt.
Pausen sind hier das Stichwort. Es tut gut, einfach mal fünf gerade sein zu lassen und alle eingehenden Nachrichten und Tweets zu ignorieren. Sei es nur für eine Serienfolge lang.

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Neben dem Stress-Faktor, bietet Social Media gleichzeitig aber auch etwas, was man so sonst wenig vorfindet. Social Media fungiert wie die Schranktür zu Narnia. Mit nur einem Klick betritt man eine sonst verborgene Welt.
Eine eigene Welt, eine Welt mit Thematiken, die mich wirklich interessieren. Durch und in Social Media kann ich so leben wie mir das gefällt und mich so ausdrücken, wie mir das gefällt. Ich kann Inhalte teilen, die mir gefallen und selbst Inhalte kreieren, die mir gefallen. Es gibt so gut wie keine Grenzen und in Social Media kann jeder das sein und das erschaffen, was er möchte. Es bietet eine Plattform sich kreativ auszuleben und den Support zu bekommen, den man im wahren Leben oft schmerzlich vermisst. Wie oft haben mir Internet-Freunde über Social Media gut zugesprochen und das geschafft, wo reale Freunde versagen? Trotz all den negativen Punkten, sollten wir froh sein, dass wir Social Media und die Freiheit, die diese Netzwerke mit sich bringen, haben. Und deshalb benutze ich Social Media auch so gerne.

Im gleichen Atemzug frage ich mich aber auch, wieso so ein Punkt wie „Mein Erscheinungsbild in Social Media verbessern“ es auf meine To-Do Liste für 2018 geschafft hat. Ich verbringe schon so viel Zeit damit, sinnlos durch Instagram und Twitter zu scrollen und die Tatsache, dass ich mir damit noch zusätzlich selber Druck mache, macht nichts besser. Das ist genau das Thema aus meinem oben genannten alten Artikel.
Die traurige Wahrheit ist, dass Zahlen das Leben bestimmen. Zahlen bestimmen mein Leben. Ob Follower-Zahlen, die Zahl auf der Wage, die Like-Zahl unter Posts oder die Klick-Zahl meiner Artikel hier. Selbst die Zahl auf der Uhr hat einen immensen Einfluss auf mein Stress-Level. Doch im Endeffekt ist es immer das gleiche Motto. Wenn dir etwas Spaß macht, dann mach es. Egal wie viel Leute es lesen, sehen oder liken. Und wenn dir etwas keinen Spaß macht, es dich bedrückt, dich halb wahnsinnig macht: dann lass es. Das ist es nicht wert.
Artikel zu schreiben, Tweets zu senden oder Bilder zu veröffentlichen, macht mir Spaß und ist ein Teil meines Lebens. Deshalb hoffe ich auch, dass ich niemals damit aufhören werde, sind die Dämonen auch noch so groß.

Eine weitere Youtuberin, Malwanne, hat Ende März ein anderes Video veröffentlicht, ein anderes Video über Instagram und weshalb sie dieses löscht (Schaut mal rein). Sie spricht davon, dass sie es satt hat, in dieser Scheinwelt zu leben, die Instagram verkörpert. Sie selbst hat die Erfahrung gemacht, dass sie sich irgendwann nur noch unter Druck gesetzt hat, rein perfekte Bilder von sich selbst und ihrem „perfekten“ Leben zu posten. Sie spricht auch darüber, wie schlimm das ist, dass jede zweite Instagram Story aus einem Sponsoring besteht. Explizit sagt sie wieso es einen überhaupt interessiert, „was Rapper XY“ macht.
Das stimmt alles. Instagram hat den Ruf, besonders oberflächlich zu sein. Schaut man auf die Profile von deutschen Influencern, bekommt man schnell den Eindruck, dass diese ein perfektes Leben leben und man selbst nur ein kleiner Wurm ist. Gestellte Fotos mit bearbeiteten Körpern sind ätzend. Es ist ätzend sich selbst anzuschauen und sich zu fragen: Wieso lebe ich nicht so? Wieso sehe ich nicht so aus?  Wieso fliege ich nicht gerade auf die Malediven?
Es ist sehr wichtig, dass man sich immer wieder darauf besinnt, dass die ganzen „Influencer“ auch nicht DAS eine perfekte Leben haben. Bitte kommt euch nicht kleiner vor, als ihr seid. Und wenn ihr merkt, dass euch die Posts nicht gut tun, dann entfolgt den Menschen.
Ich nutze Social Media für das, was Social Media sein soll. Informationsbeschaffung und freie Contentgestaltung. Selbstbestimmung ist wichtig. Ihr bestimmt, was ihr sehen wollt. Und deshalb kann man kein Netzwerk anklagen, besonders oberflächlich oder „fake“ zu sein. Eine bestimmte Plattform bekommen Sachen wie Influencer-Marketing (Die Tatsache, dass diese Form von Marketing nicht zwingend nur schlecht sein muss, würde jetzt den Rahmen sprengen) auch nur, wenn diesen Sachen eben eine Plattform geboten wird. Ihr entscheidet das.

Ich sehe nur, was mir wichtig ist. In meinem Fall wird mein Instagram von Bildern von Fandoms wie The Walking Dead dominiert. Oder von Schauspielern, die ich gerne hab und gerne verfolge. Weil diese Leute mich inspirieren. Weil diese Leute mich motivieren. Von diesen Menschen will ich sehen, was sie tun. Ich habe ein Gefühl dafür bekommen, welche Inhalte für mich toxisch sind und welche nicht. Von skandalösen Influencer-Postings bekomme ich meistens nur über die Twittertrends was mit. Fitnessblogs folge ich kaum, weil mir die Darstellung der weiblichen Körper da nicht gut tut und wenn eine Person aus meinem realen Umfelt mich negativ beeinflusst, dann schalte ich diese stumm. Dieses Recht nehme ich mir, aus reinem Selbstschutz. Und das ist wichtig. Ihr müsst auf euch selbst aufpassen.
Es ist völlig okay, dass ihr euch von Leuten inspirieren lasst. Da liegt nicht der Fehler. Gefährlich wird es, wenn diese Inspiration ins Negative umschlägt und ihr verbissen einem Ideal hinterher jagt, das ihr so wahrscheinlich nie erreichen werdet (Es ist noch wichtig dazu zu sagen, dass ihr das auch nicht müsst. Wenn ihr eine Sache aktiv verfolgt und es euch motiviert da dran zu bleiben, dann steht es euch frei das auch zu tun. Aber nicht weil ein anderer den ihr toll findet das auch tut. Sondern weil ihr es für euer Leben und euch selbst macht.)
Es ist wichtig, Social Media für Inhalte zu benutzen, die euch bereichern, euch persönlich weiterbringen, euch positiv inspirieren. Nicht das toxische Gegenteil.
In einer „Filterblase“ zu leben ist okay, wenn es einem gut tut.
Social Media ist nicht dazu da, über den Tellerrand zu schauen.

Passt auf euch auf. Nutzt Social Media, wenn ihr das wollt. Lasst es, wenn ihr das wollt. Guckt euch Bilder von perfekten Modeln an, lasst es wenn euch unter Druck setzt. Macht Pausen. Hängt nicht dauernd am Telefon. Versucht auch so das Leben zu genießen.
Alles in Maßen. Nur so macht Social Media Spaß und nur so kann Social Media das Potenzial ausleben, das es hat.


Ich weiß es ist schäbig, über so ein Thema zu schreiben und gleichzeitig Werbung für die eigenen Accounts zu machen. Ich schäme mich. Trotzdem könnt ihr, wenn ihr wollt, gerne auf den Kanälen vorbeischauen.. Ich freu mich auf euch.

Und guckt gleich mal auf meine Support Seite, wenn ihr wissen wollt, wie ihr mich unterstützen könnt, damit ich weiter Beiträge wie diesen schreiben kann. Insofern ihr ihn mochtet. Danke und fühlt euch umarmt <3

Wie geht es euch mit Social Media? Habt ihr selbst Erfahrungen mit einer Social Media Sucht? Wie geht ihr damit um? Benutzt ihr gerne Social Media? Lasst es mich wissen.

Quelle des Beitragsbilds (Pexels.com) 

Hellblade: Senua’s Sacrifice – Review

„The hardest battles are fought in the mind.“

 

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Hellblade entführt uns in die dunkle Welt des Mittelalters, eine Welt voller Krieg, Grauen, Opfergaben und Göttern, die uns den Weg zeigen sollen.
Wir stecken in der Haut von Senua, einer jungen keltischen Kriegerin.
Senuas einziges Ziel, ihre einzige Motivation weiter ihren Weg zu beschreiten, ist es die Seele ihres grausam ermordeten Geliebten aus der keltischen Hölle zu befreien.
So begeben wir uns mit ihr zusammen in die keltische Unterwelt um das einzige was ihr geblieben ist, aus den Fängen von Hela, der nordischen Göttin des Todes, zu befreien.

Doch Senua ist nicht allein. In ihrem Kopf sind tausend Stimmen.
Stimmen, die sie nicht los wird, Stimmen, die sie auf ihrem Weg begleiten. Stimmen, die mal Gutes sagen und sie bestärken und Stimmen, die sie vor jedem weiteren Schritt warnen. Stimmen, die ihr einreden, sie könne ihr Vorhaben niemals schaffen, sie sei zu schwach, zu geplagt, zu einsam und Stimmen, die ihr ein Aufgeben verbieten.
Denn Senua leidet unter einer Psychose, einer psychischen Krankheit.
Sie nimmt die Welt anders war, als andere. Sie sieht die Welt verschoben, zerstückelt, mal zu farblos, mal viel zu kräftig. Sie erkennt bunte Formen in ihrer Umgebung, regelmäßige Abläufe, kann sich nur an diesen orientieren um weitergehen zu können.
Ihr Unterbewusstsein spielt Tricks mit ihr, sie wird getäuscht, verwirrt, belogen und nichts scheint real zu sein.

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All das erlebt der Spieler hautnah mit, denn all das wird genauso auf dem Bildschirm gezeigt.
Man hört diese Stimmen, die mit einem spielen. Man spürt Senuas Verwirrung, den kläglichen Versuch auszumachen, was jetzt Realität ist und was nicht.
So läuft man mit ihr durch die keltische Unterwelt aus Wäldern, verlassenen Häusern und abgestorbenen Gegenden.
Dennoch ist Hellblade: Senua’s Sacrifice kein typischer „Walkingsimulator“, denn das Herumlaufen durch die ziemlich lineare Welt ist nicht alles, was das Gameplay ausmacht.
Immer wieder gibt es Rätsel, die man lösen muss, um zum nächsten Areal zu gelangen.
Diese Rätsel bestehen wie oben beschrieben daraus, Formen  in der Umgebung zu finden, die mit der richtigen Position und Konzentration zu einer Rune verschmelzen. So wird aus einem fauligen Holzstamm und Schatten beispielsweise ein Y, das sich Senua einprägt und als Schlüssel für eine bisweilen verschlossene Tür fungiert.
Die Rätsel sind nicht sonderlich abwechslungsreich gestaltet, es herrscht immer das gleiche Prinzip, dennoch sind sie stellenweise ziemlich knifflig und durch die detailreiche Gestaltung der Spielwelt wird dieses Prinzip auch nicht langweilig.

Abgesehen von den Rätseln gibt es noch eine weitere Sache, die man bewältigen muss: Die Kämpfe gegen merkwürdig aussehende Krieger der Unterwelt.
Diese Kämpfe bestreitet man nur mit dem was man bei sich hat, einem Schwert. Und hier ist vor allem Taktik, höchste Konzentration und schnelle Reaktionsfähigkeit gefordert. Man muss seinen Gegner genau beobachten, seine Bewegungen erfassen und dann entsprechend reagieren.
Ob Ausfallschritt, Rolle rückwärts, einen Block, ein harter oder schneller Schlag – versagt man dabei, passt man einmal nicht gut auf, hat das ganz fix den Bildschirmtod zur Folge. Was bei einem einzelnen Gegner noch sehr gut zu schaffen ist, wird ab drei Gestalten schon fordernder und hat großes Frustrationpotential. Von Zeit zu Zeit wird Senuas Spezialfähigkeit aufgeladen, die höchste Stufe ihrer Konzentration, der „Focus“, der den  den Kampf kurzzeitig verlangsamt. Alles geschieht in Zeitlupe und so hat man gute Chancen den Gegner zu besiegen, doch auch hierbei muss der Tastendruck gut getimed sein. Zudem geben die Stimmen in Senuas Kopf noch zusätzlich Tipps, die einem helfen – vorausgesetzt man hört hin.
Wenn man die Tastenbelegung und Bewegungsabläufe aber verinnerlicht hat, macht das Kampfsystem auch wirklich Spaß, doch das ist nicht so einfach, denn anders als bei vielen anderen Spielen, gibt es in Hellblade: Senua’s Sacrifice kein Tutorial. Man ist von Anfang an auf sich allein gestellt, hilflos und muss die Dinge einfach so aus dem Stehgreif lernen. Dieses Prinzip unterstreicht Senuas Ich und das Wesen dieses Spiels aber hervorragend.
Dennoch war ich kein sonderlicher Fan von den Kämpfen. Oftmals haben diese den flüssigen Spielverlauf unterbrochen und einen aus der tollen und mystischen Atmosphäre herausgerissen, vor allem wenn ein Gegner wie aus dem Nichts vor einem erschienen ist und auf Senua eingedroschen hat, was einen ziemlichen Jumpscare darstellt.
Die Bossfights im Game sind gut verteilt und machen wirklich Spaß. Jeder Boss hat eine eigene Eigenschaft und Schwachstelle, so ist jeder etwas anders zu bewältigen. Sie sind alle ziemlich angsteinflößend, aber insgesamt machbar.

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Außerhalb des vorgegebenen Weges gibt es nicht viel zu entdecken. Die Spielwelt ist wunderschön gestaltet und bietet viele Motive für den fantastischen Photomode, den das Spiel mitbringt, aber die Level sind sehr linear entworfen und bieten wenig alternative Pfade.
Doch trotzdem gibt es Collectibles. Man findet sie in Form von Runensteinen, die die Legenden von Edda und Völsunga  erzählen. (Wen das interessiert kann die gerne auf Wikipedia nachlesen.)

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Die Welt von Senua’s Sacrifice ist wunderschön. Die Lichteffekte sind fantastisch, es herrscht großer Detailreichtum und dadurch, dass man die Welt durch Senuas Augen sieht, kann man selbst schwer die Realität von der Lüge unterscheiden. Leider hatte ich stellenweise durch verwackeltes Bild und verschwommenen Umrissen immer wieder mit auftretender Motionsickness zu kämpfen und musste oft pausieren.
Die Atmosphäre von Hellblade ist jedoch einzigartig. Eingängig, tiefgreifend und beängstigend kriecht sie dem Spieler unter die Haut. Dazu kommt der perfekt abgemischte Sound, vor allem mit Kopfhörern wird dieser zum besonderen Erlebnis.
Die Stimmen in Senuas Kopf werden zu den Stimmen in deinem Kopf.
Sie sind immer präsent. Sie geben dir nie eine Pause. Du wirst sie nicht los und weißt nicht, welcher Stimme du Beachtung schenken sollst.

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Den Entwicklern von Hellblade war es wichtig psychische Krankheiten wie Psychosen, die nicht nur in der Videospiel-, aber auch in der realen Gesellschaft immer noch ein Tabuthema darstellen, möglichst respektvoll und realitätsnah zu behandeln, wofür sie mit renommierten Psychologen und Neurowissenschaftlern und Professoren der Universität Cambridge (wie etwa Paul Fletcher) zusammenarbeiteten.
Das Ergebnis der Recherche ist ihnen hervorragend gelungen, mit dem bloßen Controller in der Hand erlebt man durch Senua, was Panik, Angst, Schizophrenie und Flashbacks auslösen können und was das für eine enorme Belastung für Betroffene in ihrem Alltagsleben bedeutet. Dabei wird die Erzählweise oder Darstellungsform nie beleidigend oder abwertend.
Die Entwickler zeigen auch auf, dass man sich mit psychischen Krankheiten nicht auf sich selbst verlassen kann und einem das eigene Bewusstsein oft Lügen erzählt und Tricks mit einem spielt.
So erfolgt beispielsweise am Anfang des Spiels der Hinweis, dass wenn man zu oft stirbt, die „Dunkelheit“, der „Fluch“, der auf Senua lastet und ihr bereits zu Kindheitszeiten das Leben erschwert und sie zur Außenseiterin gemacht hatte, weiter von ihr Besitz ergreift und wenn diese „Dunkelheit“ ihr Herz erreicht hätte, das Spiel komplett Game Over wäre und man von vorne beginnen müsste. Mit jedem Bildschirmtod wird ihr Arm also schwärzer, mit jedem Bildschirmtod verrottet ihre Seele ein Stück mehr.
Die Auflösung davon und weiteren Tricks der Entwickler würden an dieser Stelle zu sehr spoilern, dennoch treibt einen so etwas beim Spielen in den Wahnsinn und man achtet penibel auf jeden Schritt, den man im Spiel macht.

Diese Schritte lohnen sich aber. Das Ende von Hellblade ist eines der grandiosesten Enden der heutigen Videospiele. Man spielt die Story nicht nur lapidar. Man erlebt sie mit.
Ich hatte Schwierigkeiten, Hellblade fertig zu spielen. Alles im Spiel (vor allem Abschnitte in totaler Dunkelheit und gruseliger Geräuschkulisse) hat mir Angst bereitet und mich in Panik versetzt und es war eine große Überwindung das Spiel überhaupt fertig zu spielen.
Doch auch hier gibt es wieder Parallelen zu Senua und ihrer Psychose, alles ist ein Kampf, alles erfordert Überwindung, alles macht Angst und gegen alles muss man ankämpfen.
Hellblade: Senua’s Sacrifice zeigt, dass manchmal der größte Feind von einem, man selbst ist und nicht immer nur stumpfes Weiterkämpfen den Weg zum Ziel ebnet.

„Come with us. We have another story to tell. 
My friend go, go with her. 
This now will be your story to witness. Goodbye.“ 

 

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Weitere Quellen: Wikipedia
Alle Screenshots sind Originalaufnahmen des Spielverlaufs und wurden mit dem integrierten Photomode aufgenommen.

Erstveröffentlichung: 8. August 2017
Studio: Ninja Theory
Publisher: Ninja Theory 
Plattformen: Windows, Playstation 4
Kaufen:
PSN oder Steam

Testversion fett

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Solltest du Probleme wie Senua haben und mit psychischen Problemen kämpfen, ist Hilfe holen keine Schande.
Für weitere Informationen und Hilfestellen, besuche doch mal Hellblade Info & Support oder rufe alternativ bei der Telefonseelsorge an. Infos findest du hier. Telefonseelsorge

Hey there Delilah – Firewatch

Es gibt Momente im Leben, da würde man am liebsten ausbrechen wollen. Ausbrechen aus seinem Alltag, weglaufen von Problemen und alle Dinge, die schief laufen, einfach mal hinter sich lassen.
So geht es auch dem Protagonisten aus Firewatch, Henry, weshalb er den Job als „Feuerwächter“ in der Wildnis von Wyoming annimmt. Sein Job ist es tagein, tagaus in seinem eingestaubten Wachturm zu sitzen und nach Feuern Ausschau zu halten. Ein einsames Leben, wäre da nicht Delilah.
Delilah ist seine Chefin und wie er, eine Feuerwächterin in einem anderen Turm und sie ist immer per Walkie-Talkie mit Henry verbunden. Delilah ist also die einzige Kommunikationsmöglichkeit in den tiefen Wäldern, der einzige Kontakt mit einem anderen Lebewesen, das kein Eichhörnchen oder Waschbär ist und wird so schnell zur engsten Vertrauten von Henry und dem Spieler, im großen Nichts von Wyoming.
Zusammen mit Delilah und in der Haut von Henry begibt sich der Spieler also auf eine Reise und mit Entdecken des Waldes stellt man schnell fest, dass man nicht so allein ist, wie man bisher glaubte.

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Wer ein mit Action geladenes Adventure Spiel sucht, der ist bei Firewatch an der falschen Adresse. Firewatch ist ruhig, es ist gemütlich. Wie eine Wanderung in die Natur und das ist auch der Kernpunkt des Spieles. Man wandert. Man könnte Firewatch gar als klassischen „Walking Simulator“ bezeichnen.Hin und wieder kommt man an einen Hang und muss mit einem Seil hinauf oder hinunter klettern oder über einen Baumstamm springen. Ansonsten wandert man eben. Firewatch verzichtet dafür komplett auf ein Interface. Man ist nur mit einer Karte und einem Kompass ausgestattet und muss sich so seinen eigenen Weg durch die Wildnis bahnen. Ein vorgezeichneter Pfad, dem man per plaziertem Wegpunkt folgt wie etwa in The Witcher 3, ist hier nicht vorhanden.

Es dauert schon seine Zeit, bis man sich an dieses Prinzip gewöhnt hat und für Leute wie mich, die gerade in Videospielen sowieso keine gute Orientierung haben und immer in die falsche Richtung rennen, bietet das eine ganz eigene Herausforderung.
Diese Zeit braucht Firewatch auch und man möchte diese Zeit auch aufwenden. Die geräumige Welt ist in einem wunderschönen Comic Stil gestaltet und bietet eine einzigartige Atmosphäre. Man hört die Vögel zwitschern, den Bach plätschern und das Feuer knistern, das dazu noch von einem stimmungsvollen und ruhigem Akustik-Soundtrack untermalt wird. „Untermalt“ ist an der Stelle als Wortspiel anzusehen, weil man oft wirklich das Gefühl hat, durch eine Zeichnung zu laufen.
Man fühlt sich wohl in dieser Welt. Am liebsten würde man alles erkunden.

Und während der Erkundung, steht man stehts mit Delilah in Kontakt. Ist sie mal nicht da, oder antwortet sie nicht, vermisst man sie und langweilt sich schnell. Etwa wie bei TellTale hat man Dialogoptionen, die im Endeffekt für keine großen Veränderungen in der Story selbst sorgen, aber durchaus alle ihren Reiz bieten und Lust auf ein re-play machen.
Das Spiel lebt von diesen Dialogen und selten hab ich so ein hervorragend geschriebenes  Zusammenspiel der Charaktere in einem Game erlebt. Delilah und Henry entwickeln sich toll und sind sehr sympathisch und liebenswürdig, ohne sie auch nur einmal zu Gesicht zu bekommen. Delilah ist fürsorglich, sarkastisch, verletzlich und nicht selten hat mich das freundschaftliche Necken der beiden zum schmunzeln gebracht.
Durch sie erlebt man eine Geschichte über das Leben, die Liebe, Verlust und Verantwortung, die einem das Herz wärmt.

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Diese Interaktionen von Delilah und Henry über das Walkie-Talkie sind auch das einzige, was das Spiel, neben Atmosphäre und Spielwelt, so großartig macht.
In der eigentlichen Story geht man einem Geheimnis auf den Grund, das sich während des Spielverlaufs langsam herausstellt. Sind hier in der Gegend zwei Mädchen verschwunden? Und woher kommt dieser riesige Maschendrahtzaun im Wald? Die Entwickler verstehen es brillant einen gewaltigen Spannungsbogen aufzubauen, der während den Wanderungen über die Karte viel Spielraum für eigene Spekulationen bietet. Man klebt förmlich am Controller und will unbedingt den Ausgang wissen. Sind es Aliens? Ist es eine ominöse Regierungsverschwörung?
Leider fällt die Spannung dann aber rapide ab und die Auflösung des Rätsels ist beinahe ernüchternd. Auch das Ende des Spiels folgt sehr abrupt und wirft einen zu hart zurück ins echte Leben. Es wirkt fast so, als hätten die Entwickler das Spiel so schnell wie möglich beenden wollen. Man sitzt enttäuscht und irgendwie traurig vor dem Bildschirm und vermisst jetzt schon die Unterhaltungen mit Delilah. Was folgt als nächstes im Leben? Werden wir Delilah je wieder sehen? Wie soll man nach so einem Sommer weitermachen? Will man das überhaupt?

Firewatch ist ein großartiges Spiel für ruhige Abende. Wo die eigentliche Story schwach und ernüchternd daher kommt, wird das von den tollen Interaktionen der Hauptcharaktere und der liebenswürdigen Art deren Geschichte zu erzählen wieder wettgemacht. Es zeugt von dichter Atmosphäre und einer wundervollen Spielwelt und lohnt sich absolut, wenn es mal etwas anderes als stumpfes Geballere sein darf.

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Datum der Erstveröffentlichung: 9. Februar 2016
Entwickler: Campo Santo
Publisher: Panic
USK: 12
Plattformen: PC, Playstation 4, xBox One

Testsystem kursiv
Alle Fotos sind Original-Screenshots aus dem Spiel

 

The End of The F***ing World – Review

Basierend auf den Comic Books von Charles Forsman erzählt das neue Netflix Original „The End of The F***ing World“ die Geschichte zweier Teenager auf einem Roadtrip durch Britannien. Ist diese düstere Komödie jetzt schon die beste Serie 2018? „The End of The F***ing World – Review“ weiterlesen